Oliver Kalkofe und Peter Rütten über das SchleFaZ-Phänomen

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Oliver Kalkofe und Peter Rütten über das SchleFaZ-Phänomen

Stars (1 / 1) 28.12.2020 17:22 / Simo Symbolbild TELE 5/Harald Fuhr


100. Folge am Freitag auf Tele 5

Oliver Kalkofe (54) und Peter Rütten (57) zeigen am Freitag, den 11. Oktober um 22:05 Uhr auf Tele 5, die bereits 100. SchleFaZ-Folge. Was einst als "Schnapsidee" entstand, entpuppte sich bald als kultiges TV-Phänomen mit einer riesigen Fan-Gemeinde. Im Doppelinterview mit der Nachrichtenagentur spot on news lassen die beiden Köpfe des Formats die letzten Jahre Revue passieren und erklären, welche Kriterien sie bei der Auswahl der schlechtesten Filme aller Zeiten überhaupt anlegen.

Am Freitag steigt das große SchleFaZ-Jubiläum. 100 Mal seid Ihr dann auf Sendung gewesen. Hättet Ihr zum Start gedacht, dass es so eine lange Erfolgsgeschichte wird?

Peter Rütten: Nein, auf gar keinen Fall, vor allem nicht in der Findungsphase des Formats. Das wäre damals komplett vermessen gewesen. Man hat allerhöchstens gehofft, dass es als Nischenprodukt ein bisschen am Leben bleiben kann.

Oliver Kalkofe: Wir haben vielleicht an einen Sommer gedacht. Eigentlich war das ja auch nur eine Schnapsidee. Gerade deswegen sind wir auch wahnsinnig glücklich, stolz und gerührt. Der Erfolg war nicht kalkuliert, die Fans haben daraus das gemacht, was es heute ist. Wir haben den Kult eigentlich nur ein bisschen mit befeuert.

Wie kam es überhaupt zur Idee von SchleFaZ?

Kalkofe: Um aus dem Nähkästchen zu plaudern: Tele 5 hatte einfach wahnsinnig viele schlechte Filme im Archiv und ich habe ihnen nahegelegt, da einfach mal stolz darauf zu sein. Daraus entstand die Idee, diese Filme zu zeigen und sie wie in einem Fußballspiel zu kommentieren. Übrigens: Das macht zwar Spaß, aber ist auch ziemlich anstrengend, weil man sich liebevoll darüber lustig machen muss. Sich einfach nur hinzustellen und laut 'Haha' zu rufen, reicht bei Weitem nicht aus. Das war uns anfänglich aber gar nicht so bewusst.

Rütten: Wir kannten uns schon ein paar Jahre zuvor, aber als Oliver mit dem SchleFaZ-Gedanken schwanger ging, fassten wir die Idee, das Ganze gemeinsam umzusetzen. Die große Dynamik kam ehrlich gesagt aber erst später in die Sache hinein, als wir merkten, dass die Leute sowohl uns als auch das Format irgendwie mögen.

Was macht die Faszination dieser Reihe für die Zuschauer aus?

Kalkofe: Das eine ist, dass es einfach lustig ist, sich gemeinsam solche Filme anzuschauen, dabei einen zu trinken und Spaß zu haben. Das andere, dass solche Trash-Filme dich ein wenig in deine Kindheit und Jugend zurückführen. Sie regen deine Fantasie an. Es ist die Liebe am Film, die Fans mit uns teilen.

Rütten: Bei vielen unserer Filme kann man auch einfach herrlich mitleiden.

Es steht also gar nicht die Abneigung für diese Filme im Vordergrund?

Kalkofe: Meistens nicht, wir heben die ja sogar auf ein Podest und feiern diese Filme. Oft sind die tapsig und unbeholfen misslungen, das find ich geil. Das gilt aber leider nicht für alle Filme. Bei "Max und Moritz Reloaded" und "Battlefield Earth" war ich einfach nur wütend am Ende, weil sie unglaublich zynisch sind.

Rütten: "Battlefield Earth" hat mich einfach nur angewidert. Das ist ein menschenverachtendes, faschistoides Gebräu nach einem Buch von Scientology-Gründer L. Ron Hubbard verfasst und mit dem bekennenden Scientologen John Travolta in der Hauptrolle, der da privat einen Haufen Geld reingesteckt hat. Diesen Irrsinn zu analysieren, hat tatsächlich nicht wirklich Spaß gemacht und lässt in mir bis heute ein Übelkeitsgefühl hochkommen. Das ist im Kern nicht mehr skurril oder witzig, sondern ein harter, unsympathischer Brocken.

Ist es nicht unterm Strich oft auch einfach nur Geschmackssache, ob man einen Film gut oder schlecht findet?

Kalkofe: Klar, das ist erstmal nur eine persönliche Einschätzung. Aber natürlich gibt es auch Filme, die einfach handwerklich katastrophal gemacht sind. Oft passen Schnitte nicht oder man sieht, dass die Kulisse aus Pappe oder Gummi ist. Deswegen ist zwar noch gar nicht unbedingt der ganze Film schlecht, aber zumindest sind die Szenen misslungen. Das Werk an sich kann man aber dann immer noch mögen.

Rütten: Wie Oliver richtig sagt, ist das natürlich mehrstufig. Nur weil mir eine Dramaturgie nicht zusagt, die Darsteller nicht gefallen oder mal ein Schnittfehler zu sehen ist, ist ein Film noch nicht automatisch schlecht. Die Vokabel ist sowieso eigentlich ein wenig stumpf in dem Zusammenhang. Es müssen mehrere Missverständnisse in solchen Produktionen miteinander kollidieren.

Hand aufs Herz: Welches ist wirklich der schlechteste Film aller Zeiten?