Die Studienergebnisse aus England sind nach Drosten Ansicht positiv. So sei die Anzahl der Hospitalisierungen bei Omikron um 20 bis 25 Prozent niedriger im Vergleich zu Delta. Die Krankenhausaufenthalte von nur 1 Nacht von Covid-19-Patienten seien sogar um 40 bis 45 Prozent gesunken. Allerdings ist Omikron deutlich ansteckender, was sich in deutlich höheren Infektionszahlen widerspiegeln wird. Eine Überlastung des Gesundheitssystem ist also dennoch noch nicht ganz vom Tisch. Außerdem kommen Studien zum Ergebnis, dass auch vorherige Infektionen mit dem Coronavirus einen positiven Effekt bei Omikron haben. Bei den Personen, die bereits eine Infektion mit dem Coronavirus durchgemacht haben, sei die Hospitalisierungsrate gar um 50 Prozent gefallen und das Risiko auf einen längeren Aufenthalt im Krankenhaus sank sogar um 61 Prozent.
Zudem scheint es auch erste Hinweise darauf zu geben, dass die Erkrankung deutlich milder verlaufen. So zeigen Studien des Forschers Andrew Lilley aus Australien. Dort hätte die hohe Impfquote dafür gesorgt, dass die Quote der Krankenhaus-Aufnahmen bei Omikron gegenüber Delta um mehr als die Hälfte zurückgegangen sind. Diese Erkenntnis ist jedoch nach Drostens Meinung nur zum Teil erfreulich: "Klar, man muss immer dazu sagen: Ein schneller Inzidenzanstieg macht den Effekt zunichte. Aber dennoch erfreulich!“, schreibt der Virologe der Berliner Charité dazu bei Twitter. Noch will Drosten die vorliegenden Daten allerdings nicht überbewerten. Denn offenbar sei die Datenmenge noch nicht wirklich groß genug, um endgültige Schlüsse zur Omikron-Variante zu ziehen.