Eine "deutliche Steigerung" der Infektionszahlen lasse sich nicht mehr abwenden, sagte Lauterbach. Dies werde neue Schutzmaßnahmen erforderlich machen: Die derzeit geltenden Maßnahmen "werden nicht reichen, einen deutlichen Anstieg der Omikron-Fälle zu verhindern".
Die Zahl der in Deutschland registrierten Omikron-Fälle steigt weiter rasch an. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Mittwoch erhöhte sich die Zahl binnen eines Tages um 26 Prozent auf 13.129. Damit habe es 2686 Fälle mehr als am Dienstag gegeben. Erfasst wurden dabei auch Nachmeldungen aus den vergangenen Wochen.
Von der Gesamtzahl der mit Omikron Infizierten mussten laut RKI 159 Menschen im Krankenhaus behandelt werden. Vier Menschen starben bisher im Zusammenhang mit der Variante.
Lauterbach appellierte an die Bürger, die Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren. "Ich appelliere an die Bevölkerung, den Jahreswechsel sehr vorsichtig zuzubringen", sagte er. "Bitte feiern Sie in ganz kleiner Runde. Gefährden Sie sich nicht gegenseitig."
Lauterbach forderte zudem die Bürgerinnen und Bürger auf, das Angebot einer Booster-Impfung wahrzunehmen. Eine solche Impfung entfalte bereits nach sieben Tagen eine Wirksamkeit von 70 bis 80 Prozent, sagte der Minister. Die Booster-Kampagne sei nun nach Weihnachten wieder "auf Hochtouren" angelaufen.
Nach Anhaben des Robert-Koch-Instituts wurden am Dienstag 608.000 Impfdosen verabreicht. Damit seien 59 Millionen Menschen - 71 Prozent der Gesamtbevölkerung - vollständig geimpft. 31 Millionen Menschen - 37,3 Prozent der Bevölkerung - seien bereits geboostert. Das Institut geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Geimpften wegen Problemen bei der Datenübertragung um bis zu fünf Prozentpunkte höher liegen könnte.