Dienstenthebung gegen Kekulés werden wegen des laufenden Verfahrens nicht genannt. Die MZ will erfahren haben, dass es bei dem Disziplinarverfahren wohl um das Lehrdeputat (Lehr- beziehungsweise Unterrichtsverpflichtung) gehen soll.
Kekulé ist überzeugt, dass das Verfahren gegen in politische Gründe hat. Er selbst habe sich immer für sein Institut eingesetzt und versucht auch die bestmöglich Ausstattung zu bekommen. Allerdings bemerke er bereits seit längerer Zeit, dass man versuche ihn offenbar loszuwerden. "Im Januar wurde mir das molekularbiologische Labor weggenommen. Das Labor, das unter anderem die Corona-Tests durchführt und erhebliche Einnahmen für das Klinikum generiert. Seitdem läuft dazu ein Gerichtsverfahren“, bestätigt Kekulé gegenüber der "Bild"-Zeitung. Angeblich soll der Rektor einen Ermittler für das Disziplinarverfahren gegen Kekulé eingesetzt haben. Dieser soll nun offenbar zu dem Schluss gekommen sein, dass die Vorwürfe gegen Kekulé so schwerwiegend sind, dass mit der vorläufigen Dienstenthebung weitere Schritte eingeleitet werden mussten. Von Seiten der Universität Halle heißt es: "Wir kommentieren prinzipiell keine Personalangelegenheiten". Unterdessen glaubt Kekulé offenbar an einem Sturm im Wasserglas und betonte seinerseits, dass es bei dem Thema der Lehrverpflichtungen wohl um ein Formular gehe, das eventuell nicht richtig ausgefüllt wurde. Einige Kritiker hatten Kekulé in den letzten Jahren vorgeworfen, zu wenig Forschung betrieben zu haben, was von Kekulé jedoch immer wieder dementiert wurde.