Ähnlich ist das Bild in Deutschland: Wurden von dem Impfstoff von Biontech mehr als 109 Millionen Dosen geliefert, sind es von J&J lediglich rund fünf Millionen.
Gesundheitsbehörden hatten anfangs große Hoffnungen in den Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson gesetzt: Nicht nur galt zunächst - anders als bei Biontech und Moderna - eine Impfdosis als ausreichend. Der Impfstoff muss auch nicht bei so niedrigen Temperaturen gelagert werden wie die mRNA-Vakzine. Das bedeutet eine logistische Hürde weniger.
Im April wurde dann aber nach vereinzelten Fällen von Blutgerinnseln der Einsatz des J&J-Vakzins in den USA vorübergehend ausgesetzt. Die Gesundheitsbehörden urteilten schließlich nach einer Prüfung, der Nutzen des Impfstoffs überwiege die Risiken. In den Wochen zuvor hatten bereits Thrombosefälle beim Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens Astrazeneca in Europa für Schlagzeilen gesorgt. Grundsätzlich sind solche Fälle sehr selten.
Johnson & Johnson betonte am Donnerstag, sein Corona-Impfstoff sei ein "lebensrettendes Instrument für Menschen in Hochrisiko-Gruppen". Die Experten des CDC-Beratergremiums waren sich zudem einig, dass keine Empfehlung gegen den J&J-Impfstoff ausgesprochen werden sollte, weil dies ein negatives Signal an Länder senden würde, in denen das Vakzin die einzige Option sein könnte.
Die Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer sind zudem auch nicht völlig ohne Risiken: Am Freitag wurde in der medizinischen Fachzeitschrift "British Medical Journal" eine breit angelegte Studie veröffentlicht, derzufolge das Moderna-Vakzin ein geringes Risiko für meist nicht schwerwiegende Herzprobleme berge. Der Studie zufolge ist das Risiko einer Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung besonders bei Menschen im Alter von 12 bis 39 Jahren erhöht. Der Krankheitsverlauf war demnach jedoch meist glimpflich.
Auch bei Biontech wurde ein geringes Risiko bei Frauen bestätigt. Die Studie basierte auf Bevölkerungsdaten aus ganz Dänemark. Die Forscher betonten, dass die Studie den allgemeinen Nutzen einer Corona-Impfung klar belegt habe.