Das kann nicht einmal der schwedische Staatsepidemiologe Anders Tegnell (65) erklären. "Tatsächlich wissen wir es nicht“, erklärte dieser kürzlich gegenüber der schwedischen Zeitung "Dagens Nyheter“. Andere Virologen vermuten, dass die Bevölkerung durch die fast nicht existenten Maßnahmen zu Beginn der Pandemie weitgehend durchseucht sein könnte. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Pandemie waren in Schweden 10 Menschen pro Million Einwohner am Tag gestorben. Dieser Wert hatte in Deutschland mit 2,5 deutlich niedriger gelegen.
Zudem waren die Fallzahlen in Schweden bis in den Juni 2020 ziemlich hoch geblieben. Dort hatten sich in der 1. Welle umgerechnet auf die Einwohnerzahlen gut 20 Mal mehr Menschen infiziert als in Deutschland. Nach offiziellen Angaben hatten sich damals 11,5 Prozent der schwedischen Bevölkerung bereits mit dem Virus infiziert. In Deutschland lag der Wert damals bei 7,4 Prozent. Wissenschaftler glauben aber, dass diese Wert durch die Dunkelziffer an nicht entdeckten Ansteckungen deutlich höher sein dürfte. In den letzten Tagen waren die Infektionszahlen auch in Schweden rund um die Hauptstadt Stockholm wieder angestiegen. Aus diesem Grund will auch die schwedische Regierung nun wieder Einschränkungen vornehmen. So könnte dann in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen wieder eine Maskenpflicht eingeführt werden. Bei Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern können von den Veranstaltern seit dem 1. Dezember die Vorlage der Impfnachweise verlangt werden. Doch verglichen mit den Maßnahmen in anderen Ländern bleiben die Regeln in Schweden auch weiterhin ziemlich locker.